Eitle Verbrecher

Über einen Straftäter in Neuseeland, dem sein Fahndungsfoto nicht gefiel, berichtet die Frankfurter Allgemeine.

„Meldet sich ein Gesuchter bei der Polizei, weil ihm sein Fahndungsfoto nicht gefällt – was klingt, wie der Anfang eines Witzes, ist in Christchurch in Neuseeland tatsächlich passiert. Die örtliche Polizei veröffentlicht bei Facebook häufig Fotos von Gesuchten und bittet ihre fast 33.000 Fans um Mithilfe. So auch bei einem gewissen Sam Lake, hochgezogene Augenbrauen, tätowiert, verschämter Blick.“

(Quelle: www.faz.de)

Der Gesuchte kommentierte sein Foto bei Facebook mit dem Wunsch nach einem neuen Fahndungsfoto. Nicht humorlos antwortete die Polizei, dass er für ein neues Bild gern auf der Wache vorbeikommen könne. Es sei auch kostenlos. Nettes Angebot eigentlich, dem der Gesuchte aber nicht nähertreten wollte. Gefasst wurde er trotzdem. Vielleicht lag es an der Frisur, man weiß es nicht.

Screenshots von Facebook, Chats und Statusmeldungen spielten auch in dem ein oder anderen Strafverfahren, in dem ich verteidigt habe, eine Rolle. Da wurde mit der Tat geprahlt, Fotos des abgezogenen Handys eingestellt oder ähnlicher Mist gemacht.  Auch Mandanten können sich gegenüber ihrer Strafverteidigerin reinreiten. Unvergessen der Mandant, der mir sagte, er könne nur in Ratten Raten zahlen und mir eine Freundschaftsanfrage schickte. Beim Blick auf das Profil sah ich dann Fotos vom Mandanten mit Champagner und die stolze Mitteilung, dass er noch Karten für die Fußball WM bekommen habe.

Meine Bereitschaft zum Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung war schlagartig dahin. Das Mandat endete nach einigen unerfreulichen Gesprächen.

MistMerke: Aufpassen, was man bei Facebook und anderswo postet.

Niemals mit der Polizei sprechen.

Den eigenen Strafverteidiger nicht verarschen.

 

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