Warnhinweis

Wenn Gespräche anfangen mit:

„Frau Rechtsanwältin. ich habe hier einen sehr komplexen Fall, der ist auch für Sie interessant. Da können Sie sich profilieren.“

dann ist das in allerwenigsten Fällen eigentlich nie ein Zeichen für einen Fall, den man als Rechtsanwalt übernehmen möchte. Vielmehr bedeutet dieser Einstiegssatz: viel Arbeit für kein Geld. Den Sekretärinnen und der Praktikantin werde ich bei Gelegenheit mal einen kleinen Leitfaden erstellen. Der Satz ist ein deutlicher Warnhinweis, ähnlich wie die Anmerkung, dass schon neun Anwälte vorher in diesem Mandat waren.

Kuchen, musste bezahlt werden
Kuchen, musste bezahlt werden

Mein Versuch, der Verkäuferin in meinem liebsten Café zu vermitteln, dass es auch für sie interessant und gut sei, wenn ich ein Stück Kuchen dort äße, hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

There is no free cake! Außer einer der Kollegen zahlt.

12 Gedanken zu „Warnhinweis

  1. Darf ich den Guide auch haben (ich verstehe doch richtig, dass das so etwas wie „Die erfolgreichsten Anmachsprüche“ ist?)?
    Damit ich wenigstens einen Kollegen von Ihnen reich und berühmt machen kann :)

  2. Derartige Anpreisungen eines Mandats begleitet der zukünftige Nicht-Zahler auch gerne mit schmeichelnden Worten, wonach man ihm wärmstens empfohlen worden sei, er gleich gemerkt habe, daß er einem sein vollstes Vertrauen schenken könne und man genau der richtige Anwalt für diesen anspruchsvollen Fall sei.

    Ich fühle mich erinnert an Zeugen, bei denen man um so skeptischer werden sollte, je stärker sie vor Gericht betonen, absolut wahrheitsliebende Menschen zu sein, denen nie eine Lüge über die Lippen huschen könnte und die auf der Stelle der Blitz treffen möge, wenn ihre Aussage unwahr sei.

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